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Ardbeg 8 Years Old For Discussion im Test: Wie gut ist der Whisky aus dem Paralleluniversum?

Ardbeg 8 years old for discussion Test
Bild: Moët Hennessy

Dass besonders die Core-Range von Ardbeg herausragend ist, wissen vermutlich alle, die rauchige Whiskys lieben. Nicht nur, dass der Geschmack überzeugt, auch der Preis stimmt bei diesen Abfüllungen. Aber was wäre, wenn es vor allem den beliebten 10-jährigen Ardbeg nicht geben würde? Wie würde eine Alternative aussehen und würde diese bei den Ardbeg Fans genauso gut ankommen? Diese Fragen hat sich der Master Distiller Dr. Bill Lumsden gestellt.

Herausgekommen ist ein neuer Whisky, der, wie sein Name schon verrät, für Gesprächsstoff sorgen soll. Wir haben den neuen 8-jährigen Ardbeg vor dem Launch am 8. Juli (Deutschland und Österreich) ausgiebig getestet.

Der Ardbeg 8 Years Old For Discussion

Bald ist es soweit: Ardbeg veröffentlicht für ihre Committee Mitglieder wieder mal eine ihrer heißbegehrten limitierten Abfüllungen. Wie viele Flaschen es von dem 8 Jahre alten Single Malt Whisky geben wird, wissen wir leider nicht.

Zum Inhalt können wir allerdings schon etwas mehr verraten: Anders als sein Pendant aus unserer Welt, reifte dieser Ardbeg teilweise in ehemaligen Sherry-Fässern. Das Aushängeschild, der klassische Ardbeg 10, reift hingegen ausschließlich in Ex-Bourbon-Fässern. Wir erwarten uns von dem neuen Whisky leicht dunkelfruchtige Noten. Der Ardbeg 8 Jahre wird mit einem deutlich erhöhten Alkoholgehalt von 50,8 % abgefüllt und ist dabei nicht gefärbt und auch nicht kühlgefiltert, was wir natürlich begrüßen und für die Destillerie typisch ist. Zum Preis haben wir leider noch keine genaueren Informationen. Wir haben allerdings die Hoffnung, dass die Ardbeg Fans aufgrund des niedrigen Alters für diesen Whisky nicht zu tief in die Tasche greifen müssen.

Ardbeg 8 jahre for discussion test Bild: Moët Hennessy

Wie der Name bereits verrät, möchte Ardbeg mit dieser Abfüllung für einen Austausch zwischen den Whisky-Liebhabern sorgen. Hierfür veranstaltet die Brennerei am 30. Juli 2021 die “ultimative Online-Verkostung”, welche vom Destillery Manager Colin Gordon geführt wird. Wenn ihr also mehr über Ardbeg und den Whisky erfahren möchtet, dann schaut dort auf jeden Fall vorbei. Mehr Informationen gibt es unter Ardbeg.com.

Tasting des Ardbeg 8 Years Old For Discussion

Farbe

Helles Stroh

Aroma

Der Geruch beginnt typisch für Ardbeg: Sobald man den Whisky ins Nosing-Glas einschenkt, strömen die ersten aromatischen Rauch-Aromen in den Raum.

Hält man die Nase ans Glas, startet er kräftig mit ordentlich Rauch, welcher an Kohle und Teer erinnert. Hier ist der Ardbeg-Rauch allerdings nicht so “rußig” wie bei der letzten Sonderabfüllung, dem Ardbeg Scorch. Unterlegt ist er mit einer klassischen Ardbeg Süße. Ich empfinde sie ein wenig dunkelfruchtiger als beim 10-jährigen Whisky aus dem Standard-Sortiment, wobei es sich hier eher um Nuancen handelt. Ziemlich auffällig ist der Menthol Eindruck, welcher durch den erhöhten Alkohol ausgelöst wird und die Nase während des gesamten Nosings kühlt. Anfänger sollten bei diesem Whisky die Nase auf jeden Fall nicht zu tief ins Glas halten.

Lässt man den Rauch ein wenig auf sich wirken, werden die süßen Nuancen kräftiger und doch deutlich fruchtiger. Am Rand des Glases vernehme ich sogar für einen kurzen Augenblick leichte Erdbeer-Aromen. Darüber hinaus sind klassische Bourbon Gerüche wie Karamell und etwas Vanille präsent. Neben diesen Aromen finde ich ein paar Kräuter und tatsächlich auch ziemlich deutlich Sellerie, welcher in den offiziellen Verkostungsnotizen erwähnt wird.

Fügt man ein paar Tropfen Wasser hinzu, nimmt die Süße des Whiskys spürbar ab.

Geschmack

Im Geschmack startet der Single Malt mit einer ordentlichen Portion Rauch und ist an der Seite der Zunge sowie Zungenspitze sehr pfeffrig. Neben dem Pfeffer ist er schön süß in Form von gesalzenem Karamell, Vanille, geschmolzener Schokolade und ein paar Kräuter sind ebenfalls präsent. Hält man ihn im Mund und vermischt er sich mit Speichel, dann fühlt er sich sehr schön buttrig auf der Zunge an.

Abgang

Der Abgang ist nicht so intensiv wie ich erwartet hätte. Der Whisky hält sich lange, allerdings ist der Rauch weit weniger wuchtig als man ihn von manch anderen Abfüllungen kennt. Der Geschmack hält sich trotzdem lange im Mund, mit dezentem Rauch, Karamell und sehr deutlichen Kräuter-Aromen sowie Pfeffer. All diese Aromen sind vor allem im Rachen und hinteren Bereich der Zunge lange zu spüren.

Fazit

Der Ardbeg 8 Years Old For Discussion wäre auf jeden Fall ein ebenwürdiger Whisky für das Standard-Sortiment der Destillerie. Er bietet die klassischen Ardbeg Aromen mit intensivem Rauch und schön süßem Geschmack. Man sollte an diesen Whisky mit der Erwartung herangehen, einen neuen Ardbeg für das Standard-Sortiment zu verkosten, denn etwas “Neuartiges” solltet ihr nicht erwarten. Hat man allerdings die richtige Erwartungshaltung, dann ist er wirklich sehr lecker. Der Sherry ist leider weit weniger präsent als ich mir gewünscht hätte, allerdings unterdrückt er etwas den vanilligen Charakter, welcher bei einem Whisky entstanden wäre, der nur in Ex-Bourbon-Fässern gereift wäre. Darüber hinaus solltet ihr Pfeffer mögen, denn auch dieser ist beim 8 Jahre alten Ardbeg sehr präsent.

Uns hat der junge sowie intensive Ardbeg gut gefallen. Wenn er preislich nicht zu anspruchsvoll ist, kann man definitiv zuschlagen.

GESAMTBEWERTUNG
86 / 100
Es handelt sich hier lediglich um die Meinung einer einzelnen Person. Whisky ist Geschmackssache und im Zweifelsfall sollte man einfach zum Sample greifen.

Achtung: Wir haben diesen Whisky zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen. Dies hat keinen Einfluss auf unseren Test, was wir auch den Herstellern vorher immer deutlich kommunizieren. Wir bleiben bei unseren Testberichten 100 % unabhängig.

Über den Autor
Tim Schneller
Tim Schneller

Gründer von Gentlemans-Attitude.de, dem 2019 gegründeten Männermagazin rund um Genuss, Mode, Technik und Lifestyle. Als Whisky-Enthusiast und Mitglied der Scotch Malt Whisky Society schreibt er vor allem rund um das Thema Whisky. Aber auch andere Themen wie Mode, Technik und Lifestyle sind seine Leidenschaft.

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