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Redbreast 21 Single Pot Still Whiskey im Test

Redbreast 21

Guter Whisky muss immer aus Schottland kommen? Dieses Credo gilt schon lange nicht mehr. Sei es japanischer Whisky, amerikanischer Bourbon oder irischer Whiskey: Viele andere Länder haben längst aufgeholt und böse Zungen behaupten teilweise sogar, sie hätten den Scotch überholt.

Einer der besonderen Whiskeys soll der 21 Jahre alte irische Redbreast aus der Midleton Destillerie sein. Auch wenn man Auszeichnungen immer sehr mit Vorsicht genießen sollte, so wurde der Redbreast 21 Jahre bereits 2018 von Jim Murray, der Whisky-Ikone schlechthin, als zweitbester Whisky der Welt in seiner jährlich erscheinenden Whisky Bible gekürt.

Das Schöne an dem Single Pot Still Whiskey ist allerdings, dass er zur Standard-Range von Redbreast gehört und somit auch relativ gut verfügbar ist. Wobei es auch Phasen gegeben hat, in denen man recht schwierig an den Whisky herankam. Aktuell kostet er um die 120 Euro, was für einen 21-jährigen Whiskey nicht ganz günstig ist, aber noch halbwegs vertretbar.

Der Whiskey wird aus gemälzter und ungemälzter Gerste in einer Pot-Still, also kupfernen Brennblase, gebrannt. Im Vergleich zu den in Irland oft verwendeten Säulendestillationsanlagen sorgt die Pot-Still dafür, dass der Whiskey würziger und aromatischer daherkommt. Des Weiteren ist der Whiskey dreifach destilliert und enthält 46 Prozent Alkohol. Gelagert wurde er in Ex-Bourbon- sowie Sherryfässern: Definitiv eine verheißungsvolle Kombination.

Redbreast 21 Single Pot Still im Glas

Auch wenn der Redbreast nicht ganz günstig ist, bekommt man etwas für sein Geld. 21 Jahre sind für einen irischen Whisky relativ alt und selten. Dieses Jahr (2020) wurde er allerdings als älteste im Redbreast Standard-Sortiment erhältliche Flasche durch einen 27 Jahre alten Redbreast Whiskey überboten. Die Flasche an sich ist sehr schön und auch die Verpackung (im Bild ist es noch die Version vor 2019) macht etwas her.

Tasting des Redbreast 21

Aroma

In der Nase startet der 21-jährige Redbreast mit deutlichen Sherryfass-Einflüssen, die sich allerdings nicht in Form von dunklen Trockenfrüchten zeigen, sondern einem kräftig-süßen Pfirsich-Aroma. Dabei handelt es sich um einen schönen reifen und saftigen Pfirsich ohne säuerliche Note. Gepaart ist das Aroma mit tropischen Früchten und einem ordentlichen Schuss Vanille. Nach dem ersten Schluck wird das Aroma noch intensiver und entwickelt sich zu einer richtig schönen reifen Banane. Neben der Banane nimmt man noch eine würzige Eichen-Note wahr. In der Nase ist der Whisky überaus komplex und verführerisch. Wer diesen Whisky im Glas hat, sollte unbedingt mit dem Abstand der Nase variieren, denn man riecht dadurch noch sehr viel mehr unterschiedliche Aromen.

Geschmack

Man erkennt einen wirklich guten Whisky daran, dass er im Geschmack das widerspiegelt, was man bereits im Geruch gefunden hat. Der Redbreast erfüllt genau das. Auf der Zunge ist er ähnlich süß wie in der Nase und man schmeckt deutlich die tropischen Früchte, den Pfirsich, die Banane und etwas Vanille. Gepaart wird das Ganze mit einer schönen Eichen-Würze, die in Richtung Anis sowie Zimt geht und angenehm nach Zartbitter schmeckt.

Abgang

Der Abgang ist schön lang sowie angenehm bitter und der Whiskey hinterlässt eine schöne Haselnuss-Note auf der Zunge.

Fazit

Unbedingt probieren! Solch exotische Aromen in der Nase sind eher selten und auch auf der Zunge weiß der irische Whiskey zu überzeugen. Er ist schön komplex und es gibt immer wieder neue Aromen über die Zeit zu entdecken. Die 46 Prozent Alkoholgehalt sind perfekt eingebunden und transportieren die Aromen optimal. Grundsätzlich ist der Redbreast ein Whiskey, den man aufgrund seiner Dreifach-Destilation auch Anfängern anbieten kann. Allerdings sollte man sichergehen, dass sie die Komplexität des Whiskeys auch zu schätzen wissen. Er erinnert ein wenig an einen japanischen Whisky, denn er ist schön ausbalanciert, allerdings deutlich kräftiger und würziger im Aroma als die japanischen Vertreter. Alles in allem ein wirklich klasse Whiskey, den man probiert haben muss. Meiner Meinung nach ist er sogar seine 130 Euro wert. Man muss nur aufpassen, dass man die Flasche nicht zu schnell leert, denn er ist wirklich sehr lecker.

Achtung: Es handelt sich hier lediglich um die Meinung einer einzelnen Person. Whisky ist Geschmackssache und im Zweifelsfall sollte man einfach zum Sample greifen.

Über den Autor
Tim Schneller
Tim Schneller

Gründer von Gentlemans-Attitude.de, dem 2019 gegründeten Männermagazin rund um Genuss, Mode, Technik und Lifestyle. Als Whisky-Enthusiast und Mitglied der Scotch Malt Whisky Society schreibt er vor allem rund um das Thema Whisky. Aber auch andere Themen wie Mode, Technik und Lifestyle sind seine Leidenschaft.

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