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In Whisky investieren: 11 Szenarien, bei denen der Preis meist steigt!

Whisky investieren

Aufgrund der extrem gestiegenen Nachfrage hat sich der Whisky-Markt in den letzten Jahren rasant entwickelt. Dabei sind die Preise für schottische, aber auch internationale Whiskys geradezu explodiert. Preissteigerungen um das Vielfache des Veröffentlichungspreises sind auch heute keine Seltenheit. Ein Grund, sich das Thema Whisky nicht nur aus der Sicht eines Genießers, sondern auch als Geldanlage näher anzusehen.

Wir verraten Euch die wichtigsten Szenarien für eine Preissteigerung mit Beispielen und was ihr für Voraussetzungen zum erfolgreichen Investieren in Whisky mitbringen solltet.

1. Whiskys exklusiv für bestimmte Länder

Oft produzieren Destillerien Abfüllungen nur für bestimmte Länder oder Kontinente.

Wer die Möglichkeit hat, solche Abfüllungen kurz nach Erscheinung im Land, für das der Whisky produziert wurde, zu bekommen, kann hier schnell Profit einfahren. Achtung allerdings bei Zoll und Einfuhr der Flaschen.

Als Beispiel wäre hier der Macallan Aera zu nennen: Ein Whisky, der ausschließlich für den Taiwanesischen Markt produziert wurde. In Europa ist dieser Whisky schwer zu bekommen, weshalb die Preise für solche Abfüllungen bei uns wesentlich höher sind als der eigentliche Veröffentlichungspreis.
Macallan Aera
Exklusiv nur in Taiwan erhältlich: Der Macallan Aera

2. Stark limitierte Abfüllungen

Ein klassisches Szenario sind limitierte Abfüllungen. Destillerien füllen häufig Flaschen nur in geringer Stückzahl ab, um sie  begehrter zu machen und somit für eine höhere Nachfrage zu sorgen. Dabei wird es bei starker Limitierung für Sammler schwierig, an diese Abfüllungen zu gelangen. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, entwickeln sich die Preise oft deutlich höher als der offizielle Verkaufspreis.

3. Geschlossene Destillerien

Geschlossene Destillerien sind aufgrund ihres begrenzten Angebots und der hohen Nachfrage bei Sammlern sehr beliebte Anlagemöglichkeiten.

Zwei bekannte Beispiele sind Port Ellen und Brora, deren Abfüllungen über die Zeit immer wertvoller werden.

4. Limitierter Verkaufsprozess

Mal wieder ein Beispiel von Macallan. Der Macallan Easter Elchies Black ist eine stark limitierte Abfüllung mit einer kleinen Auflage von nur 1958 Flaschen. Der Krux an dieser Abfüllung ist allerdings, dass das Recht auf einen Kauf über die Macallan Webseite verlost wurde. Wer sehr viel Glück hatte, durfte also solch eine Flasche kaufen. Aufgrund der kleinen Auflage und des Losverfahrens ist diese Flasche bei Sammlern sehr begehrt und die Preise sind entsprechend stark gestiegen.

5. Whiskys, die aus dem Sortiment genommen werden

Eines von vielen Beispielen dieses Szenarios stammt aus der Destillerie Glendronach. Da die Destillerie nicht mehr genug Fässer zur Verfügung hatte, musste der 15-jährige Glendronach vom Markt genommen werden. Infolgedessen hat sich der Preis für diese beliebte Abfüllung sehr schnell mehr als verdoppelt.

Glendronach Revival 15 Jahre alte Version
Die Details machen den Unterschied: Der alte Glendronach 15 Jahre reifte ausschließlich in Oloroso-Sherry Fässern. Der Neue in zwei verschiedenen Fassarten. (Hier auf dem Bild die alte Version zu sehen – erkennbar am Etikett.
Ein weiteres Beispiel stammt aus Japan. Die Destillerie Hibiki verkündete im Mai 2018, dass der Hibiki 17 Jahre eingestellt wird. Der Preis stieg innerhalb weniger Tage von ~230 auf über 450 Euro

Das Schwierige an diesem Szenario: Man weiß, nie wann eine Abfüllung vom Markt genommen wird. Hier gilt es entweder zu spekulieren und sich Flaschen auf Vorrat zuzulegen oder die Nachrichten rund um Whisky akribisch zu verfolgen und dann schnell zu handeln.

6. Whiskys, die in anderen Ländern früher erscheinen

Wer im Urlaub ist oder Bekannte im Ausland hat, sollte sich über den aktuellen ausländischen Whisky-Markt informieren. Es gibt Flaschen, die in Amerika oder Asien veröffentlicht werden, bevor sie in Europa erscheinen. Diese Abfüllungen sind in Europa schwerer zu bekommen und Genießer bezahlen gerne mehr, um sie noch vor allen anderen probieren zu können.

Ein Beispiel wäre die Abfüllung Fire & Cane von Glenfiddich, der noch vor der Veröffentlichung in Europa für den doppelten bis dreifachen Preis gehandelt wurde.

7. Jahrgangsflaschen

Besonders bei Sammlern begehrt: Die klassischen Jahrgangsflaschen. Es gibt Abfüllungen, die das Jahr der Destillation beziehungsweise der Veröffentlichung auf dem Etikett tragen. Dieser Aufdruck macht alte Flaschen noch wertvoller und für Sammler besonders interessant. Sie sind nicht nur als Geschenk zum Geburtstag beliebt, sondern auch als Reihe einer Sammlung.

Strathisla 1969 - 2014
Besonders alte Flaschen mit Jahrgang können wertvoll werden. Hier ein Beispiel eines Strathisla aus 1969.
Ein berühmtes Beispiel: Der Macallan 18 Jahre Sherry Oak. Ein Whisky, der nicht nur sehr gut schmeckt, sondern auch jährlich neu auf dem Markt erscheint. Hier reichen die Jahrgänge bis vor 1980, was die alten Flaschen sehr begehrt und teuer macht. Diese Flaschen bieten oft eine kontinuierliche Wertsteigerung und sind für längere Investments gut geeignet.

8. Batches

Batches sind den Jahrgangsflaschen sehr ähnlich. Einige Destillerien veröffentlichen ihre Whiskys in Batches. Dies bedeutet, dass (oft jährlich) ein Batch beziehungsweise eine Charge des Whiskys auf den Markt kommt. Da die Batches entsprechend auf den Flaschen gekennzeichnet und oft begrenzt vorhanden sind, wecken diese die Leidenschaft bestimmter Sammler.

Als eines von vielen Beispielen lässt sich hier der Aberlour A’bunadh nennen, dessen alte Batches sehr begehrt und teuer sind.
Ardbeg 19 Jahre Traigh Bhan
Der neue 19 jährige Ardbeg Traigh Bhan erscheint jährlich in Batches. Dieses ist das Erste.

9. Auszeichnungen & Preise

Jim Murray ist wohl einer der bekanntesten Whisky Experten weltweit. Die jährlich veröffentlichte Whisky Bibel sorgt regelmäßig für Preissprünge bei den Gewinner-Abfüllungen. Oft zeichnet er sehr spezielle Whiskys aus, die kaum noch zu ergattern sind. Es gibt allerdings auch „Alltagsabfüllungen“, die durch die Auszeichnung große Preissteigerungen durchleben. Ein prominentes Beispiel wäre der Old Pulteney 21 Jahre, der 2012 zum Whisky des Jahres gekürt wurde. Kurz darauf sprang der Preis extrem in die Höhe.

Yamazaki Entwicklung nach Preisvergabe
Ein weiteres Beispiel: Hier sieht man das Suchinteresse bei Google zur „Yamazaki“ Destillerie nachdem Jim Murray im November 2014 den Yamazaki Sherry Cask 2013 zum Weltbesten Whisky gekürt hat.

Google Trends

10. Destillerie Exclusive Abfüllungen

Wer einen Trip nach Schottland unternimmt oder Kontakte dahin pflegt, sollte sich die sogenannten „Destillery Exclusives“ genau ansehen. Diese besonderen Flaschen lassen sich nur vor Ort in der Destillerie erwerben: Ein Grund, weshalb diese Flaschen äußerst selten und begehrt bei Sammlern sind.

Ein aktuelles Beispiel stammt aus der Destillerie Macallan. Nicht nur, dass der Macallan Genesis ein Destillery Exclusive war, die Abfüllung wurde zusätzlich auf nur 2.500 Flaschen limitiert. Aufgrund des extremen Andrangs musste sogar die Polizei einschreiten und die Besucher entsprechend maßregeln. Für die Leute, die eine Flasche ergattern konnten, hat es sich trotzdem gelohnt. Der offizielle Verkaufspreis der Abfüllung lag bei 495 Pfund, was circa 560 Euro entspricht. Ein paar Monate später wurden erste Flaschen auf einer Auktion für ungefähr 4.800 Pfund verkauft.

11.Sondereditionen

Oft kommt es vor, dass Destillerien, beispielsweise zum Jubiläum, Sondereditionen herausbringen. Diese Editionen unterscheiden sich lediglich vom Design zur herkömmlichen Abfüllung. Aufgrund dessen, dass diese Editionen meist stark limitiert sind, lassen sich auch hier Preissprünge feststellen.

Ein aktuelles Beispiel: Der Hibiki Japanese Harmony, welcher zum 30. Jubiläum der Destillerie erschien. War die Flasche kurz nach Veröffentlichung noch für 90 Euro zu bekommen, stieg der Preis innerhalb weniger Wochen auf über 250 Euro. Dabei unterscheidet sich die Sonderedition lediglich im schönen Design vom herkömmlichen Hibiki Japanese Harmony.
Hibiki Japanese Harmony Sonderedition und normal
Gleicher Inhalt mit unterschiedlichem Preis: Die Anniversary Edition kostet aktuell mit ~300€ das Vierfache der normalen Version und war anfangs für ~90€ zu haben.

Voraussetzungen für das Investieren in Whisky

Um Whisky als Geldanlage zu nutzen, sollte man vor allem Interesse am Thema und sehr viel Zeit mitbringen. Wer keine Ahnung von der Materie hat, wird nicht erfolgreich investieren. Es gehört eine Menge Recherche und Beobachtung dazu. Dabei sollte man täglich die Nachrichten der Whisky-Welt verfolgen, um abwägen zu können, bei welchen Abfüllungen eine hohe Nachfrage zu erwarten ist. Auch beim Whisky gilt: Das Angebot und die Nachfrage bestimmen den Preis.

Neben den News sollte man den Markt genau im Blick haben. Flaschen, die einen starken Aufwärtstrend bereits erlebt haben, müssen nicht zwingend weiter im Preis steigen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Über den Autor
Tim Schneller
Tim Schneller

Gründer von Gentlemans-Attitude.de, dem 2019 gegründeten Männermagazin rund um Genuss, Mode, Technik und Lifestyle. Als Whisky-Enthusiast und Mitglied der Scotch Malt Whisky Society schreibt er vor allem rund um das Thema Whisky. Aber auch andere Themen wie Mode, Technik und Lifestyle sind seine Leidenschaft.

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